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Kreativität bedeutet für mich, Möglichkeiten in allem zu sehen.

Julia Daser

Design-Studentin

Es gibt kaum eine Stadt, die so bekannt ist für endlose Möglichkeiten wie New York, the City of Dreams. Letzten Sommer wurde mein Traum Realität, als es mir dank Unterstützung der Fritz-Gerber-Stiftung ermöglicht wurde, in der besten und ältesten Designschule der Vereinigten Staaten zu studieren. In der Parsons School of Design in Manhattan habe ich im Herbst den Bachelorstudiengang Design and Technology begonnen. 

‍Im Grundlagenjahr (Foundation-Year-Program), in dem genauso viel Aufmerksamkeit auf das Festigen von grundlegenden Fähigkeiten gesetzt wird wie auf das Erlernen von Neuem, konnte ich von einer Ausbildung in breit gefächerten Disziplinen profitieren. Nach dem alten Sprichwort Um die Regeln brechen zu können, müssen diese erst erlernt werden, habe ich im Kurs Drawing and Imaging mein Aktzeichnen, zum ersten Mal mit echten Modellen, verbessern können. Als aufgrund der Pandemie das Aktzeichnen nicht mehr möglich war, nutzten wir diesen Umstand, um unsere Proportionsstudien draussen beim Skizzieren von Passanten stattfinden zu lassen. Wöchentlich besetzte unsere Klasse die Wiesen des Washington Square Parks, um dort mit Bleistift oder Kohlestift Natur und Mensch abzubilden. 

‍Parallel zu den traditionellen Techniken wurde ich in New York in die Welt der digitalen Kunst eingeführt. Ich lernte, wie man Photo-shop, Illustrator und InDesign benutzt, um eigene kurze Comics und Zines (Minibüchlein und Kleinstmagazine) zu publizieren. Mein Abschlussprojekt, in welchem ich in kurzen Anekdoten das Leben der fiktionalen Persönlichkeit mit Namen Poot darstellte, wurde gegen Ende des Semesters sogar in der First-Year Gallery, welche jährlich von Parsons organisiert wird, ausgestellt. Ziemlich schnell erkannte ich, dass mir das Arbeiten hinter dem Laptop weitaus besser liegt. Mit Unterstützung des Parsons Animation Club stürzte ich mich auf das Erlernen der Adobe Creative Suite und begann in meiner Freizeit hauptsächlich Vektoranimationen und Motion Graphics mit Adobe Animate, After Effects und Illustrator zu kreieren. 

‍Nach langem Herumtüfteln mit Softwares ging ich für meine mid-year thesis noch einen Schritt weiter: Ich machte in meiner öffentlichen Installation auf das soziale Problem der Obdachlosigkeit in New York aufmerksam. Über einen selbstgebauten Lautsprecher liess ich am Union Square Park Audiomaterial von einem Gespräch mit einer obdachlosen Mutter abspielen. Ich verband den Stromkreislauf des Lautsprechers mit 20 handgefertigten Stromschaltern, welche Strom leiteten, sobald Passanten auf die Schalter Gewicht ausübten. Um das Interview über die Lautsprecher zu hören, mussten alle Passanten gleichzeitig an meiner Installation teilnehmen. Durch diese Interaktivität wurde gezeigt, dass Obdachlosigkeit nicht weiter ignoriert werden kann, und dass jeder zur Besserung der Obdachlosensituation in Zeiten von Corona beitragen kann. Durch eine Spendenbox ist es mir gelungen, mehr als 500 Dollar an Spenden zu sammeln, die der obdachlosen Mutter und ihren Kindern zugutegekommen sind. 

‍Viele meiner Projekte des vergangenen Semesters haben mir beigebracht, wie ich Design und Technologie kombinieren kann, um eine starke visuelle Sprache zu formen. Durch die zahlreichen Ressourcen der Parsons School of Design und mithilfe der Unterstützung der Fritz-Gerber-Stiftung bin ich gespannt zu sehen, welche neuen Türen sich in der Welt von Design und Technologie weiterhin für mich öffnen werden. Durch den Abschluss dieses Semesters mit der Bestnote und einem GPA 4.0 (Grade Point Average) wurde es mir ausserdem ermöglicht, nächstes Jahr parallel zu meinem Studium ein Dual Degree in Interdisciplinary Science in Zusammenarbeit mit dem Eugene Lang College of Liberal Arts in NYC zu beginnen. Ich freue mich wahnsinnig, bald in das zweite Semester zu starten, in dem ich das Programmieren von User Interfaces mit Python vertiefen will.

Julia Daser

November, 2021

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Ein Jahr voller Emotionen

Ein weiteres Jahr mit, neben und zwischen Corona. Aber auch ein Jahr voller Emotionen.

Samuel Keiser
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Meine Reise zur Perfektion

Als Kind fühlte ich mich oft fremd in der Welt der anderen, aber das Malen war meine Art zu sprechen. Nach dem Vorkurs an der Schule für Gestaltung in Basel und Malkursen, wollte ich alte Techniken erlernen und fand schließlich das "Institut Supérieur de Peinture Van der Kelen-Logelain" in Brüssel.

Pauline Calame