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Von den Anfängen in Bâle bis zur Bühne in London: Die Entwicklung einer Cellistin dank der Fritz-Gerber-Stiftung

Sena Bielander

Cellistin

Das Cello – ein Instrument, das mich seit Kindesbeinen begleitet. Die vielschichtige Beziehung, die sich über die letzten sechzehn Jahre zwischen mir und diesem dynamisch gewölbten hölzernen Klangkörper entwickelt hat, führte mich vor vier Jahren hinaus aus meiner Heimatstadt Basel über den Ärmelkanal nach London, wo ich seither an der Royal Academy of Music studiere.

Die Anfänge meines Musikerinnendaseins lassen sich in meiner Kindergartenzeit verorten, als ich begonnen habe, Klavier- und bald darauf Cellounterricht zu nehmen. Ich legte eine natürliche Leichtigkeit an den Tag, mit der ich lernte und musizierte, woraufhin mein Umfeld begann, mich aktiv musikalisch zu fördern. Mit acht Jahren nahm ich erstmals mit dem Cello am Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb teil und gewann im Finale in Genf als jüngste Preisträgerin des Wettbewerbs einen ersten Preis mit Auszeichnung. Wie mir heute scheint, hatte ich damals noch nicht wirklich verstanden, was gerade passierte. Dennoch wurde die Musik nach diesem Erfolg ein grosser Teil meines Lebens und ich fand mich in einer engmaschigen Alltagsstruktur wieder: Regelmässig nahm ich an nationalen Wettbewerben teil, sowohl mit dem Cello als auch mit dem Klavier, spielte Konzerte in verschiedensten Kammermusikformationen wie auch als Solistin in Orchesterkonzerten, nahm in meiner Ferienzeit an etlichen Meisterkursen teil, trat mit beiden Instrumenten der Talentförderung der Musik-Akademie Basel bei und verbrachte nebst der regulären Schule viel Zeit damit, meine Instrumente zu üben.

Die Musik war zu diesem Zeitpunkt fest mit meinem Selbstbild wie auch meinem Lebensweg verwoben; dennoch fühlte es sich an, als wäre ich in diese klassische Musikwelt gerutscht, ohne je wirklich innehalten zu können. Unter anderem aus diesem Bewusstsein heraus entschied ich mich dann im Jahr 2015, als mein Übertritt ans Gymnasium anstand, für den Schwerpunkt Physik und angewandte Mathematik: Mathematisches Denken und Naturwissenschaften faszinierten mich und boten mir gleichzeitig einen zur Musik gegensätzlichen Interessenbereich.

In den folgenden zwei Jahren fiel mir die Schule zwar sehr leicht, was mir anfänglich ermöglichte, neben dem Schulpensum weiterhin zu musizieren. Aber nach dem Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb 2017 – an dem ich noch immer mit dem Klavier wie auch mit dem Cello teilnahm – merkte ich, dass ich nicht mehr zweigleisig weiterfahren konnte und wollte. Im folgenden Schuljahr wechselte ich daher die Schule, um meine Gymnasialzeit mit dem Schwerpunkt Musik weiterführen zu können, und belegte parallel dazu im Rahmen eines Schülerstudiums einige Vorlesungen in Mathematik und Psychologie an der Universität Basel. In dieser Zeit legte ich das Klavierspiel mehr oder weniger zur Seite und fokussierte mich auf das Cello, mit dem ich dann ein Jahr später in die Celloklasse von Professor Rafael Rosenfeld an der Musikhochschule Basel aufgenommen wurde.

Im Oktober 2019 beschloss ich kurzerhand, mich an der Royal Academy of Music zu bewerben, und flog im Dezember für die Aufnahmeprüfung nach London, wo ich zu meiner Überraschung von der Academy ein volles internationales Stipendium für mein vierjähriges Cellostudium erhielt.

Zwar gestaltete sich der Studienstart aufgrund der Corona-Pandemie 2020 und einer Schulterverletzung ein wenig holprig, doch zusehends eröffneten mir die vielfältigen Facetten des Musizierens wie auch das gemeinschaftliche Leben und Erleben der Musik einen neuen und vertieften Zugang nicht nur zu meinem Instrument, sondern auch zu mir selbst. Heute bin ich stolz und froh, an einem Punkt angelangt zu sein, an dem ich mich in meinem Alltag und durch mein Umfeld in meiner Entscheidung für das Cello und für die Musik immer wieder aufs Neue bestätigt fühle. Ich bedanke mich von ganzem Herzen bei der Fritz-Gerber-Stiftung, die mich grosszügig auf meiner musikalischen Reise unterstützt!

Sena Bielander

Dezember, 2023

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Von Baar 2011 – 10 Jahre später – nach Tokio 2021

Als kleines, scheues 10-jähriges Mädchen fing ich mit dem Rollstuhltennis an. Damals war ich in der 5. Klasse und versuchte mich gerade so durch die Schule zu kämpfen.

Nalani Buob
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In Stein gemeisselt

Sein Wunsch, Kunst zu machen und davon zu leben, wird zur Realität. Bildhauer Dominic Corpataux erzählt von seiner grossen Leidenschaft.

Dominic Corpataux